Sonntag, 5. Mai 2013

Erstens kommt es anders...

.... und zweitens als man denkt... - und in diesem Fall finde ich das gar nicht schlimm :)

Eigentlich wollte ich euch heute ein Bild von meinem angewebten Tischwebstuhl zeigen. Dazu habe ich nämlich die Zeit in der letzten Woche genutzt, da ich nicht nur den Feiertag, sondern auch Donnerstag und Freitag frei hatte. Ich habe das diesmal sehr entspannt und auf mehrere Tage verteilt gemacht, was mir sehr gut gefallen hat. Ich habe sogar wirklich Spaß daran. Das freut mich sehr, da das Einrichten des Webstuhls schon viel Zeit in Anspruch nimmt und mit großer Sorgfalt erfolgen muss. Da ist es schon doof, wenn man das immer nur hinter sich bringen will. Inzwischen habe ich mir die Abläufe so angenehm gestaltet, dass ich jetzt nicht mehr permanent Angst habe, dass es am Ende nicht funktionieren könnte.
Das Bild befindet sich jetzt leider auf der Kamera, die ich vergessen habe mitzunehmen.
Statt dessen kann ich euch aber wider Erwarten schon ein Bild vom fertigen Läufer zeigen - ich weiß auch nicht recht, was da passiert ist, dass das so schnell ging :) - die Fotos habe ich mit dem Handy gemacht, weil mein Akku leer war, als ich alles für das Foto vorbereitet hatte.
Die Fransen werden noch abgeschnitten und der Rand versäubert.


 Sehr gut gefällt mir hier der Rand. Zum ersten Mal habe ich mit sogenannten Fangfäden gearbeitet. Das sind Fäden am Rand, die in keine Litzen eingezogen werden. Man legt dann den Schussfaden immer um den Randfaden. In meinem Fall bin ich immer über dem Randfaden reingegangen und unter dem Randfaden der anderen Seite herausgekommen. Dadurch ergibt sich ein sauberer Rand, egal, wie die Litzen am Rand gehoben und gesenkt werden. Außerdem habe ich noch in vier Randlitzen den Faden doppelt gezogen, so dass der Rand auch sehr stabil geworden ist. Er soll nämlich nicht umgenäht werden.
Gewebt habe ich einen einfachen 8 schäftigen Köper - für den Zweck gefällt mir das schlichte Muster sehr gut. Beim Weben habe ich mir schon überlegt, dass ich in dem Muster mal einfarbig einen Stoff herstellen möchte, aus dem ich dann eine Weste nähe.

Liebe Grüße,

Anne

Kommentare:

  1. Hallo Anne,

    der Läufer ist echt toll geworden!

    Mit dem Faden am Rand ist ein klasse Tipp,
    den ich mal beherzigen werde.

    Nimm bloss kein *einlaufgefährdetes* Garn
    für Bekleidungsstoff....
    hab da ja so böööööse Überraschung erlebt!

    Liebe Grüsse
    Heike

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    1. *örgs* - das klingt ja böse - bei mir ist bislang "nur" aus einem Tischläufer ein Winzstück Stoff geworden. Ich denke im Moment aber vor allem an Baumwolle...

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  2. Der Läufer sieht wunderschön aus. Klasse Farben. Das mit den Fangfäden ist ein guter Tip.
    LG von Silvia

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    1. Für so etwas liebe ich ja das Internet - da wäre ich vermutlich nie von selbst drauf gekommen.

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  3. Wow sieht der irre aus :-0 da komm ich ja aus dem staunen nicht raus und diese Farben !!! So ganz meins :-)
    LG Tine

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    1. Öhm - nö - ist für meine Mama ;)

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  4. Ein total schönes Teil!! Die Farben sind leuchtend und die Farbzusammenstellung finde ich sehr gelungen. lg bjmonitas

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    1. Dankeschön :) Ich werde vermutlich auch noch so einen für uns machen, weil der wirklich gute Laune macht :)

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  5. Soooo schöööön geworden!!! In der Beschränkung liegt die Kunst, wenige Farben und ein schlichtes Muster ergeben zusammen die schönsten Stücke! Auf Deinem Läufer können sich die Augen ausruhen und Sonne tanken!
    Die "Fangfäden" (flying selvedges) habe ich auch schon fest im Hinterkopf, damit arbeiten die Amerikaner oft, machen das Weben so schön übersichtlich.

    LG
    Cornelia

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    1. Danke! Ich wühle auch immer wieder gerne in den tausendfachen Möglichkeiten und freue mich dann doch an den einfachen :)

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  6. Hallo Anne,
    dein Läufer ist wuuuunderschön geworden. Die Farben----ein Traum.
    lg
    bea

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  7. Prima geworden. .. Nun hast Du den Punkt erreicht, an dem Du websüchtig wirst.
    Es gibt zu den Fangfäden noch einen anderen Tipp. Man sieht sich die Abbindungen der Kettfäden im Rapport an und wenn es einen gibt, der gut abbindet, zieht man ihn am Rand ein. Egal ob er laut Muster dran ist oder nicht. Da die Fäden am Rand ohnehin eng zusammen rutschen, sieht man dann im Gewebe nichts mehr. Bei dieser Methode braucht man dann nicht mehr beim Weben aufpassen.

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    1. Das mit dem websüchtig könnte glatt stimmen :)
      Danke für den Tipp - das klingt vielversprechend - ich habe so beim Weben schon immer irgendwie geschaukelt, um an den Rändern zu schauen, ob ich das Schiffchen richtig führe :)

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  8. So schön, Sonne pur! ♥
    Warum nicht in changierend, also zweifärbig Stoff für einen Jupe weben? ;-)

    Liebe Grüsse
    Alpi

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    1. Jetzt musste ich erst mal "Jupe" googeln - das wäre auf jeden Fall eine gute Idee, nur leider für mich so gar nicht tragbar :( - ich denke erst mal an eine Weste und irgendwann dann auch mal mit noch feinerem Webblatt eine Hose - aber dafür muss ich erst mal besser nähen lernen...

      Liebe Grüße,

      Anne

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