Donnerstag, 10. Dezember 2015

Kopfkleiderschrank

Moin Zusammen,

heute mal ein Beitrag ohne Bilder - es geht nämlich um Bilder im Kopf...

Ich folge dem Blog crafteln von Meike Rensch-Bergner (ja - schon vor geschickt eingefädelt ;)) und habe mir auch ihr Buch Nählust statt Shoppingfrust gekauft. Daraus habe ich den Begriff des Kopfkleiderschrankes, der bei mir ganze Gedankenfluten ausgelöst hat.

Ihre Idee ist, dass jede/r eine Vorstellung im Kopf hat, was sie tragen möchte und dass man sich das klar machen soll, wenn man seine Garderobe plant.

Stimmt - ich hatte Kleidung im Kopf und dachte mir, dass der Teil der Einfachste wäre, aber das ist er tatsächlich nicht.
In meinem Kopf ist sehr viel Sissy - weite, lange Kleider - viel Schwingendes.

Der nächste Schritt sollte für dann eigentlich sein zu überlegen, wie ich das in eine alltagstaugliche Garderobe überführen könnte, aber da setzte das Problem ein - nicht, dass das nicht möglich gewesen wäre, aber ich merkte, dass ich das gar nicht mehr bin - in meinem Kopf sind die Klein-Mädchen-Kleiderträume, die ich nie ausleben konnte, da ich schon als Kind dick war. Vielleicht nähe ich mir da mal was für zu Hause, aber mein zukünftiger Kleiderschrank soll so nicht aussehen.

Also bin ich noch auf der Suche - und bin unschlüssiger denn je. Ich hatte hier vor einiger Zeit schon geschrieben, dass ich auf jeden Fall gerne Dinge mit Westen drüber trage - da merke ich jetzt auch, dass das gar nicht unbedingt stimmt, sondern eher der Verhüllungstaktik geschuldet war, auch wenn ich das tatsächlich gar nicht so empfunden habe.
Ähnlich bei Röcken - auch wenn ich meine weiten langen Röcke noch immer mag - ich liebe meinen neuen engen, langen Cordrock.

Ich denke, ich muss mich da noch herantasten und abwarten, was sich entwickelt - gut, dass ich ohnehin erst einmal noch üben wollte. Ich denke aber auch, dass ich schon für mich nähen werde, bevor ich mich bei einem Gewicht stabilisiere. Spätestens für den Sommer soll es mindestens ein Sommerkleid geben. Das bringt mich nämlich dazu, mich mit meinem Körper auseinanderzusetzen und genauer hinzusehen. Ich habe inzwischen erkannt, dass das für mich ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur "perfekten" Garderobe ist.

Im Kopf habe ich das alles noch lange nicht, obwohl ich das sehr gerne behaupten würde - ich plane doch so gerne - aber so lerne ich, dass ich genau hinschauen muss. Das finde ich inzwischen auch richtig gut, denn ich merke schon, dass ich nicht in jedem Moment mit meiner Veränderung mitkomme und hinschauen hilft auf jeden Fall.

Ich denke, dass ich mir im Frühjahr eine verstellbare Schneiderpuppe gönnen werde - ich habe eine gefunden, die von 42-50 geht. Da wird auf jeden Fall mein finales Maß dabei sein und dann kann ich mich vielleicht auch mit drapieren einer Vorstellung annähern.

Wie geht es euch damit? Stimmt euer Kopfkleiderschrank mit eurer Garderobe überein? Wo macht ihr Kompromisse, wisst ihr überhaupt, was ihr tragen wollt - also wenn es genau das gäbe, was ihr wolltet? Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mir dazu etwas schreibt - ich finde das super spannend!
Liebe Grüße,

Anne

Kommentare:

  1. Hallo Anne, nein, mein Kleiderschrank stimmt derzeit nicht mit meinem Kleiderkopfkino überein. Allerdings befinde ich mich auch grad in einer Übergangsphase, die für Frauen sehr einschneidend ist. Stichwort Wechseljahre. Mein Kopf wünscht sich mittlerweile schlichte, einfache austauschbare Schnitte, die nicht körpernah anliegen (wegen der Hitzewellen). Schwarz, natur, rot, schlamm und blau sind meine bevorzugten Farben. Die Garderobe, die derzeit in meinem Kleiderschrank hängt ist noch von vor der "Zeit". Nein, glücklich bin ich damit nicht, trage aber einiges auf, es war zu teuer. Mit neuen Stücken tu ich mich schwer, ich finde nichts was ich mir vorstelle. Ich schätze, ich werde mich auch wieder an die Nähmaschine werfen und nach langer Zeit garderobe nähen, die mir in meiner neuen Lebensphase gefällt.

    LG Doris

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    1. Das finde ich spannend - über den Einschnitt habe ich noch gar nicht im Zusammenhang mit Kleidung nachgedacht. Vielleicht kann da aber auch das Nähen eine Möglichkeit der positiven Auseinandersetzung sein - finde es toll, wenn dich das auch wieder an die Nähmaschine bringt. Allerdings stelle ich es mir gar nicht so einfach vor, nach langen Tagen in der Filzwerkstatt auch noch an die Nähmaschine zu gehen - aber vielleicht kannst du dir auch eigene Wollwalkstoffe machen. Das steht bei mir auf jeden Fall auf der Liste - allerdings mit dem Umweg über spinnen und weben - aber die taugen natürlich erst nach den Hitzewellen. Ich finde es auf jeden Fall spannend, was sich da bei dir entwickelt - vielleicht gibst du da ja auch auf deinem Blog Einblicke?
      Liebe Grüße, Anne

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    2. Es geht nur entweder oder. Ich kann nicht nach einem langen Filzabend (Tage verbringe ich nur selten in der Werkstatt, da Filzen nicht mein Haupteinkommen ist) noch nähen. Ich bin dann zu erschöpft, ich muß mir Zeit freischaufeln, daher einfache Schnitte.
      Ich hatte vor langer Zeit schon mal Einblicke auf dem Blog gegeben, letztendlich habe ich es gelöscht, es war mir zu persönlich. Wollwalkstoffe sind nicht die schlechteste Lösung bei Hitzewellen in dem Format wie ich sie habe. Fleece ist z.B. eine Katastrophe wenn der Schweiß rinnt. Da fühlt man sich wie in einem Bratschlauch, alles ist pitschnass und nach der Hitze kommt die Kälte. Ich bin also wechselweise am schwitzen um danach, wenn die Verdunstungskälte eintritt, am frieren. Da funktionieren nur noch locker fallende Schnitte in Naturfasern. Wolle ist zusammen mit Seide und bedingt auch Baumwolle die beste Wahl. Wichtig in der zeit sind auch Kleidungsstücke, die man schnell ausziehen kann. Sprich Strickjacken oder Westen. ich habe mich immer über die Frauen Ü50 amüsiert und ihre Angewohnheit Strickjacken und Westen zu tragen ... ich weiß mittlerweile warum.
      Es ist jedenfalls so bei mir, jede Frau ist da anders, dass ich meinen Kleiderschrank umstellen muß .... wechseln. Wechseljahre ist eigentlich ein schöner Begriff für diese Zeit, es ändert sich so viel. Manchmal verwirrend, oft anstrengend, manchmal freudig, oft auch wehmütig. Nur keine spricht darüber gerne weil man in unserer Gesellschaft als Frau jung, knackig und immer gut auszusehen hat. Alles was irgendwie nach Alter "riecht" ist fast schon peinlich.

      LG Doris

      P.S. Vielleicht gebe ich tatsächlich noch mal einen Einblick, schon aus Trotz. Ich ringe mit mir, weil es ein sehr persönliches Thema ist.

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    3. Ich bin auf jeden Fall schon mal sehr dankbar, dass du hier darüber schreibst - mir gibt es schon wertvolle Tipps, denn ich bin nicht so weit von der Zeit entfernt und ich werde diese Überlegungen tatsächlich in meiner Planung berücksichtigen. Sie sind beispielsweise ein gutes Argument, mich doch wieder mit den Westen zu beschäftigen, die ich aus "nicht verhüllen wollen" nach hinten geschoben habe.
      Wolle mit und ohne Seide ist mein bevorzugtes Material - gerade spinne ich wieder eine Wolle-Seidenmischung für ein Oberteil.
      Ich kann gut nachvollziehen, dass du die Einblicke wieder gelöscht hast, würde mich aber natürlich sehr freuen, wenn du sie wieder aufnimmst.
      Ich habe auch sehr lange überlegt, bevor ich mit dem ersten Bild von mir in die Öffentlichkeit des Blogs gegangen bin, weil ich nun mal so gar nicht der Norm entspreche. Inzwischen bin ich sehr froh, dass ich das getan habe - es haben mir auch schon Frauen geschrieben, die jetzt auch Sachen für sich selbst mache, weil ihnen das Mut gemacht hat.
      Für mich wird es immer wichtiger auch dafür einzustehen, dass wir in jeder Phase unseres Lebens und egal, wie wir aussehen, das Recht haben, das Beste aus uns zu machen und uns damit dann nicht zu verstecken.
      Allerdings kenne ich mich auch - vielleicht gibt es auch irgendwann den Moment, an dem ich all das wieder löschen werde, weil es mir zu persönlich ist.
      Ich würde mich aber über eine Austausch sehr freuen. Vielleicht wäre es ja sogar mal eine Idee einen speziellen Blog ins Leben zu rufen - einen, in dem genau solche Themen eine Rolle spielen und in der Menschen berichten, die solche Themen haben und welche Lösungen sie haben.... - da muss ich mal drüber nachdenken...

      Liebe Grüße,

      Anne

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  2. Huhu Anne, wir hatten ja uns ja schon mal über den Kopfkleiderschrank ausgetauscht. Das Buch lädt ja dazu ein. Farblich bin ich da schon klar fest gelegt. Stilistisch bin ich da eher am schwanken zwischen sportlich, Lagenlook und Bürotauglich. Wenn ich aber den Deerberg-Katalog aufschlage, sehe ich fast nur "will-ich-haben-Teile". Ist das jetzt meine klare Linie? Ich weiß es einfach nicht......Lg, frilufa

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    1. Mir ist letztens aufgefallen, dass ich schon das Gefühl habe "da steht frilufa" drauf, wenn ich einen Schnitt sehe - also nicht Stoff und Farbe, sondern Schnitt.
      Vielleicht ist es auch gar nicht so klar zu benennen, was die klare Linie ist, auch wenn es sie gibt...

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